Fatale Folgen – Fatal consequences

Anflug Mehlschwalbe Nest

“Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.” Jeder weiß, was damit gemeint ist. Aufgrund eines ersten positiven Zeichens sollten nicht voreilige Schlüsse gezogen werden. Aber vielleicht muss diese Redenart bald anders interpretiert werden. Die Vogelpopulationen von Mehlschwalben, Mauerseglern und insbesondere von Vogelarten des Grünlandes sind in den letzten 15 Jahren teilweise drastisch zurückgegangen. Warum?

“One swallow doesn’t make a summer.” Everyone knows what that means. Because of a first positive sign, premature conclusions should not be drawn. But perhaps this phrase will soon have to be interpreted differently. The bird populations of Common house martin, Common swifts and, in particular, bird species of the grassland have partially drastically declined over the past 15 years. Why?

Eine der Hauptursachen liegt neben dem Vogelfang in den dramatischen Veränderungen der Lebensräume. Auf versiegelten Flächen und in ausgeräumten pestizidbelasteten Agrarlandschaften hüpft, krabbelt und fliegt nichts mehr. In manchen Gegenden Deutschlands ist in den letzen zwei Jahrzehnten die Gesamtbiomasse an Insekten sogar um 80% gesunken (Langzeitstudie Entomologische Verein Krefeld/Nabu von 2016)!

One of the main causes, besides the bird catch, is the dramatic changes in habitats. On sealed surfaces and in cleared pesticide-contaminated agricultural landscapes, there is nothing left that hops, crawls and flies. In some areas of Germany, the total biomass of insects has even declined by 80% over the past two decades (long-term study Entomologische Verein Krefeld / Nabu from 2016)!

Libelle auf AnsitzKeine Insekten – keine Vögel, aber auch keine Bestäubung von Obst- und Gemüseblüten. Diese niedlichen Blüten der Johannisbeere würden dann keine Früchte tragen. Die Folgen wären für alle Lebewesen wären fatal.

No insects – no birds and no pollination of fruit and vegetable blossoms. These cute flowers of the currant would not bear fruit. The consequences would be fatal for all creatures.

Was können wir gegen das Insektensterben tun?
Eine gute Möglichkeit ist es, den Garten, Balkon oder auch innerstädtische Flächen naturnah mit insektenfreundlichen heimischen Pflanzen zu gestalten. Dazu gehört auch, auf den Einsatz von Pestiziden am besten komplett zu verzichten. Wo es der Platz zulässt, Insektenhotels aufstellen. Sie bieten zahlreichen Insektenarten Nistgelegenheiten. Und wer es sich finanziell leisten kann, sollte mit dem Kauf von Bioprodukten den ökologischen Landbau unterstützen.

What can we do against insect death?
A good possibility is to design the garden, balcony or even inner city areas natural with insect-friendly native plants. This also includes avoiding the use of pesticides. Where the place permits, one can set up insect hotels. They offer many insect nesting opportunities. And anyone who can afford it financially should support organic farming with the purchase of organic products.

Schmetterling auf Blüte

Anflug Schmetterling auf BlüteBilder/ pictures:
1) Mehlschwalbe/ Common house martin (Delichon urbicum)
2
) Schwebfliege/ Hoverfly (Syrphidae)
3) Libelle/ Dragonfly (Odonata)
4) Johannisbeere/ Currant (Ribes)
5) Tagpfauenauge/ Peacock Butterfly (Nymphalis io)
5) Großer Kohlweißling/ Large White (Pieris brassicae)

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10 thoughts on “Fatale Folgen – Fatal consequences

  1. Ein gewisses Umdenken passiert immerhin in den Städten – bei einem Teil der Anwohner. Die Stadtreinigung verwendet kein Glyphosat mehr, Anwohner stellen Blumenkübel auf die Straße und lassen dort auch Löwenzahn, Brennnesseln und was sonst noch wächst stehen, usw. Aber genug ist das noch lange nicht und in der Tat ist die Situation kritisch.
    Im totalen Kontrast zum ernsten Beitragsthema die großartigen Fotografien. Ich könnte sie immer wieder ansehen.

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    • Ja, ein Umdenken findet statt. Und v.a. die Städte bieten immer mehr Rückzugsraum für die in der ausgeräumten Feldflur bedrohten Tierarten. Und wenn nur jeder zweite irgendwas Insektenfreundliches auf seinem Balkon oder in seinem kleinen Stück Garten pflanzt, dann wäre viel geholfen. Denn so entsteht ein stadtdurchziehendes grünes Netz, das für die Biodiversität enorm wichtig ist. Und lieben Dank für das Kompliment! Die Bildmotive stammen übrigens alle – bis auf die Mehlschwalbe – aus meinem Kleingarten in Hannover. 🙂

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  2. Wunderschöne Fotos! Bei uns unterm Dach brüten auch Mehlschwalben, aber die sind so flink, sodass ich sie kaum vor die Linse bekommen. Sie leben mittlerweile in künstlichen Nistkästen (sehen aus wie Plattenbauten), weil echte Nester von der Hausverwaltung nicht mehr erwünscht sind.

    80% Insektenrückgang binnen 2 Jahrzehnten ist unglaublich… was muss eigentlich noch passieren, damit sich an der Agrarpolitik richtig was ändert?

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    • Ja, Du hast recht. Ich konnte die Zahlen auch kaum glauben. Aber ich merke es auch an unserem Kleingarten. Seit Jahren nehmen die Schmetterlingsarten ab, trotz des guten Nahrungsangebotes. Und nun folgen die anderen Insekten wie Käfer und Co. Das ist erschreckend und jeder kann wirklich was tun, v.a. auch als Verbraucher. Diese Monokulturen, der ganze Gifteinsatz und diese ausgeräumte Feldflur machen uns alles kaputt.

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